Josefsbach
Das gesamte „Grüne Band“ von der Waldstetter Brücke bis nach Wetzgau
Mit der Landesgartenschau 2014 wird der Bezug von Stadt und Landschaft gestärkt und Wasser zu einem erlebbaren Element der Stadtgestaltung. Das „Grüne Band“ führt von der Waldstetter Brücke bis nach Wetzgau. Über den höhergelegten Josefsbach und den Mündungsbereich wird die Verbindung nach Wetzgau durch das Taubental hergestellt.
Der Bezug zu den Wasserläufen Rems und Josefsbach sowie das Spiel mit Nähe und Ferne des Wassers macht einen besonderen Reiz aus.
Der alte Wehrgraben sollte vor Feinden aus dem Westen schützen
Vom Wehrgraben zum Erlebnisbach
Der Josefsbach als räumlich prägender Abschluss der Altstadt nach Westen erfährt durch die Verlängerung der bachbegleitenden Allee eine deutliche Stärkung in seiner Funktion als übergeordnete städtische Grünverbindung.Seine wichtige stadtgeschichtliche Bedeutung als Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage wird durch die Umgestaltung wieder erlebbar. Die historischen Mauern und andere Spuren der ehemaligen Wehranlage werden freigelegt und zugänglich (siehe Bild). Ein Uferweg erschließt das Gewässer und die historischen Fragmente der Wehranlage. Durch die Anhebung der Sohle des Josefsbachs kann das Ufer zur Stadtseite flacher ausgebildet und die Zugänglichkeit des Gewässers verbessert werden.
Querschnitt: An der historischen Zwingermauer Bachweg
Der skulpturale Uferweg aus Beton entlang des Josefsbachs verengt und weitet sich, schneidet in die Böschung und wird durch Auffaltung zur langen Bank oder zur Stützmauer. Der Weg bewegt sich in variierendem Abstand zum Gewässer. Zwischen Weg und Gewässer kann sich ein naturnaher Ufersaum entwickeln. An exponierten Stellen ragt er über den Bach aus.
Schematische Ansicht der neuen Ufergestaltung entlang der Uferstraße Der barrierefreie Zugang zum Bachweg ist vom Anknüpfungspunkt Bocksgasse und von der Waldstetter Brücke über Rampen gegeben. An der Mündung des Josefsbachs befindet sich eine zusätzliche Rampe. Weitere Abgänge über Treppen befinden sich an der Fünfknopfturmbrücke, an der neuen Kroatenbrücke und an der Karl-Olga-Brücke.
Im überschwemmungsgefährdeten Bereich ist der Weg für Reinigungsfahrzeuge befahrbar. Die Mindestbreite des Weges an Engstellen unter Brücken beträgt 1,70m, an Aufweitungen für Aufenthaltsflächen verbreitert er sich auf bis zu 4,00m.
Ufermodellierung
Das stadtseitige Ufer des Josefsbachs wird als offene Rasenböschung ausgeformt. Die Böschungen werden möglichst flach ausgebildet und ermöglichen so einen Zugang zum Gewässer. Die gegenüberliegende Uferböschung wird in ihrer jetzigen Form erhalten, es wird nur punktuell eingegriffen, um über Stufen einen Zugang zum Wasser zu ermöglichen. Erhaltenswerter Baumbestand bleibt bestehen, die Böschung wird von Unterwuchs befreit.Höherlegung des Josefsbachs
Die Sohle des Josefsbachs wird auf der gesamten Länge von seiner Mündung bis zur Waldstetter Brücke um mehrere Meter angehoben. Eine Sohlrampe im Bereich der Fünfknopfturmbrücke vermittelt zwischen Rems und dem angehobenen Sohlniveau des Josefsbachs, das unterhalb der Kroatenbrücke 3,50 m über dem jetzigen Niveau liegt und sich bis zur Waldstetter Brücke allmählich an die Bestandssohle annähert. Modellierung und Materialität der Sohle werden naturnah ausgebildet.
Bauarbeiten Josefsbach: Höherlegung, Stand Juni 2011
Der Fünfknopfturm ist einer der erhaltenen Wehrtürme des alten Stadtmauerrings um Schwäbisch Gmünd. Unten im Querschnitt zu sehen: die freigelegte historische Zwingermauer Hydrologische Auswirkungen
Oberhalb der Waldstetter Brücke kommt es bisher im Bereich der Klarenbergstraße ab einem 50-jährlichen Hochwasser zu Überschwemmungen. Durch die Sohlaufhöhung unterhalb der Waldstetter Brücke wird die Hochwassersicherheit des Waldstetter Baches oberhalb der Waldstetter Brücke nicht beeinflusst. Auf die Hochwassersicherheit wurde bei der Planung größter Wert gelegt und entsprechende hydraulische Nachweise erbracht. Trotz der höher gelegten Bachsohle bleibt das Abführungsvermögen des Josefsbaches extrem hoch, da gleichzeitig zur Höherlegung die Böschung aufgeweitet wird.Bei den Berechnungen wurde der Klimafaktor, welcher den Klimawandel beschreibt, jeweils berücksichtigt. Der Grundwasserspiegel orientiert sich an der jeweiligen Gewässersohle. Ohne Maßnahmen zu ergreifen, würde der Grundwasserspiegel im Umfeld des Josefsbaches mittelfristig auf das erhöhte Niveau ansteigen. Dies ist wegen tief liegender, teilweise zweistöckiger Keller in der Nachbarschaft nicht möglich, weshalb eine Drainschicht als unterste Schicht der Aufhöhung vorgesehen ist. Diese Drainschicht sorgt dafür, dass das anfallende Grundwasser abgeführt wird und der Grundwasserspiegel nicht ansteigt.
Hierzu werden folgende Maßnahmen ergriffen: In der Drainschicht werden Drainrohre eingebaut. Das einsickernde Grundwasser wird über diese Systeme zum unteren Ende geführt und leitet dort, mit einer Rückschlagklappe gesichert, in den Josefsbach aus. Über Spülschächte wird das Drainsystem langfristig funktionstüchtig gehalten.
Bauarbeiten Josefsbach: Höherlegung, Stand Juni 2011 Ökologie
Die Durchgängigkeit des Josefsbachs für aquatische Lebewesen wird durch den Einbau der „rauen Rampen“ mit einer Längsneigung von 1:25 hergestellt. Initialpflanzungen von Bachufervegetation fördern die Entwicklung eines lebendigen Ufersaumes. Bermen und Anlagerungen von Geschiebematerial im Bachbett bieten vielfältige Lebensräume für aquatische Flora und Fauna. Die flussaufwärts zunehmend flacher werdende Böschung zur Stadt hin erleichtert Kleinlebewesen die Querung. Zäsuren in der promenadenbegleitenden Einfassung bieten Verbindungen zur Grabenallee und den angrenzenden Villengärten.
Spielplatz und Seilbrücke als neue Attraktionen in der Josefsanlage
Die Hecken an dem vorhandenen Spielplatz, der vorwiegend für die Nutzung durch jüngere Kinder gedacht ist, werden zu drei geschlossenen Kabinetten ergänzt. Das mittlere Kabinett wird zu einem Wasserspielplatz umgebaut. Die baumbestandene Wiesenfläche wird zum Kletterspielplatz für ältere Kinder.
Eine Seilbrücke spannt sich vom Spielplatz der Josefsanlage über das angehobene Bachbett Eine Kletterskulptur, die die vorhandenen Bäume einbezieht, schafft einen Anziehungspunkt nicht nur für die unmittelbare Nachbarschaft. Die Gehölze in der Böschung werden ausgelichtet, das Klettergerüst faltet sich die steile Uferböschung hinunter und schafft eine Verbindung zum Josefsbach. Auf halber Höhe führt als zusätzliche Attraktion eine Seilbrücke auf die andere Seite des Josefsbaches.
